Gesunde Venen: So unterstützen Sie den Blutfluss in den Beinen

Gesunde Venen: So unterstützen Sie den Blutfluss in den Beinen

Unsere Venen leisten täglich Schwerstarbeit: Sie transportieren das sauerstoffarme Blut aus dem Körper zurück zum Herzen – aus den Beinen sogar entgegen der Schwerkraft. Ein ausgeklügeltes Zusammenspiel aus Venenklappen und Muskelbewegung sorgt dafür, dass dieser Rückweg zuverlässig funktioniert.

Wie das Blut zurück zum Herzen gelangt

Bei einem erwachsenen Menschen werden jeden Tag mehrere Tausend Liter Blut durch den Kreislauf bewegt. Während die Arterien das Blut vom Herzen wegführen, übernehmen die Venen den Rücktransport. Besonders anspruchsvoll ist diese Aufgabe in den Beinen, da das Blut von dort nach oben fliessen muss.

Venen besitzen weichere und dünnere Wände als Arterien. Damit sich das Blut nicht in den Beinen staut, befinden sich in vielen Venen kleine, taschenförmige Klappen. Sie öffnen sich in Richtung Herz und schliessen sich, sobald das Blut zurückzufliessen droht. Dadurch funktionieren sie ähnlich wie Rückschlagventile.

Die Wadenmuskulatur als natürliche Pumpe

Die Venenklappen arbeiten eng mit der Muskulatur zusammen. Beim Gehen oder Bewegen spannen sich die Wadenmuskeln an und drücken auf die umliegenden Venen. Das Blut wird dadurch schrittweise nach oben befördert. Diese sogenannte Muskelpumpe ist ein wichtiger Grund, weshalb regelmässige Bewegung den venösen Rückfluss unterstützt.

Langes Sitzen oder Stehen bedeutet dagegen, dass die Muskelpumpe nur wenig aktiv ist. Kleine Bewegungspausen, ein kurzer Spaziergang oder einfache Fussübungen können helfen, die Wadenmuskulatur wieder in Gang zu bringen.

Vom feinsten Gefäss bis zur Hohlvene

Der Übergang vom arteriellen zum venösen Kreislauf findet in einem feinen Netz aus Kapillaren statt. Von dort gelangt das Blut zunächst in kleinste venöse Gefässe, die sogenannten Venolen. Diese vereinigen sich nach und nach zu grösseren Venen.

Schliesslich fliesst das Blut über die obere beziehungsweise untere Hohlvene in den rechten Vorhof des Herzens. Viele Venen verlaufen dabei in unmittelbarer Nähe zu den entsprechenden Arterien.

Das Venensystem der Beine

In den Beinen unterscheidet man zwischen oberflächlichen und tief liegenden Venen. Verbunden werden beide Bereiche durch sogenannte Perforansvenen. Zusammen bilden sie ein komplexes Netzwerk, das eine grosse Menge Blut aufnehmen und bei Bedarf wieder mobilisieren kann.

Auch die Venen im Fuss spielen eine wichtige Rolle. Beim Auftreten und Abrollen des Fusses werden sie zusammengedrückt und unterstützen dadurch den Weitertransport des Blutes in Richtung Herz.

Was gesunde Venen unterstützt

Venenerkrankungen lassen sich durch Ernährung allein weder sicher verhindern noch heilen. Ein ausgewogener Lebensstil kann jedoch dazu beitragen, das Gefäss- und Bindegewebe zu unterstützen und vermeidbare Belastungen zu reduzieren.

  • Regelmässig gehen, Treppen steigen oder die Füsse bewegen
  • Langes, unbewegtes Sitzen und Stehen möglichst unterbrechen
  • Ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Früchte und Vollkornprodukte bevorzugen
  • Zucker und stark fetthaltige Lebensmittel bewusst konsumieren
  • Auf ein gesundes Körpergewicht und eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten

Warum auch die Verdauung eine Rolle spielt

Übergewicht und wiederkehrende Verstopfung können den Druck im Bauchraum erhöhen. Das kann den Rückfluss des Blutes aus den Beinen zusätzlich erschweren. Eine abwechslungsreiche, ballaststoffreiche Ernährung unterstützt deshalb nicht nur die Verdauung, sondern entlastet indirekt auch das Venensystem.

Wer Nahrungsergänzungsmittel zur Unterstützung der Gefässe verwenden möchte, sollte sich in der Apotheke oder ärztlich beraten lassen. Entscheidend ist, dass das Präparat zur persönlichen Situation und zu bereits eingenommenen Medikamenten passt.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine medizinische Abklärung. Bei anhaltenden Beschwerden, Schmerzen oder Veränderungen an den Beinen wenden Sie sich bitte an eine medizinische Fachperson.

Autor der ursprünglichen Fachinformation: Matthias Birnstiel